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Welche Lebensmittel sind bei ketogener Ernährung erlaubt?

Um die Frage, welche Lebensmittel nun in der Keto-Diät erlaubt sind und welche nicht, gibt es viele verwirrende Aussagen. Ich erkläre dir in diesem Artikel genau worauf du achten musst. Eigentlich ist es nämlich gar nicht so kompliziert wie es sich anhört. 

Erlaubte Lebensmittel für die Keto-Diät sind fast alle Tierprodukte, Pilze, stärkearme Gemüsesorten und Früchte mit wenig Zucker. Außerdem gibt es Keto-Varianten mit weiteren erlaubten oder ausgeschlossenen Lebensmitteln (wie z.B. Milchprodukte) oder Lebensmittel die in begrenzten Mengen erlaubt sind.

Das Ziel der ketogenen Diät

Das grundsätzliche Ziel bei der Lebensmittelauswahl für die ketogene Ernährung ist der Wechsel in den Stoffwechselzustand „Ketose“. Der Hauptfaktor, der den Wechsel in die ermöglicht, ist die verzehrte Kohlenhydratmenge innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Typischerweise wird dabei jeder einzelne Tag betrachtet.

Als allgemeine Toleranzgrenze für den Wechsel in die gelten 50 g verwertbare Kohlenhydrate pro Tag. Abhängig vom individuellen Stoffwechsel, körperlicher Aktivität und auch Art der Kohlenhydrate kann diese Grenze auch deutlich niedriger oder etwas höher sein. Wir beobachten eine Schwankungsbreite von 20-60 g pro Tag. Die Lebensmittelauswahl und -menge wird dadurch stark beeinflusst. 

Ketarier, die ihren Kohlenhydratkonsum und andere Makronährstoffe nicht exakt mitschreiben, wählen für den Alltag normalerweise Lebensmittel, die weniger als 5 g Kohlenhydrate pro 100 g haben. Neben Fisch, Fleisch und Eiern finden sich hier vorrangig grüne Blattgemüsesorten und die meisten Kohlsorten, sowie Beeren und Nüsse in moderaten Mengen. 

Bei Lebensmitteln zwischen 5 g und 10 g Kohlenhydratanteil gilt die Regel: solange es ins Budget passt, kannst du es essen. 

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Verschiedene Keto-Varianten erlauben unterschiedliche Lebensmittel

Nicht jede ketogene Diät ist gleich. Es existieren viele verschiedene Ernährungsprotokolle, die im Kern zur ketogenen Ernährung zählen, aber doch unterschiedliche Zielsetzungen und Regelwerke haben. 

Therapeutisches Keto – die „originale“ ketogene Diät

Die ursprüngliche Variante der ketogenen Diät wurde in den 1920er Jahren als Therapie für an Epilepsie erkrankte Kinder entwickelt und erfolgreich angewendet. Das Protokoll sieht 90 % der Kalorien aus Fett, 6 % aus Eiweiß und 4 % aus Kohlenhydraten vor.

Aufgrund dieser strengen Makronährstoffverteilung wird die Auswahl der Zutaten recht einseitig und ist als Dauerernährung für gesunde Menschen ungeeignet. Durch den geringen Eiweißanteils droht dann vor allem ein Mangel an essenziellen Aminosäuren. 

Als Kur von wenigen Tagen wird das Protokoll auch als „Fettfasten“ bezeichnet. Die Ergebnisse einer Fettfasten-Kur sind oft erstaunlich. Vroni und ich haben es mehrfach ausprobiert und verlieren dabei regelmäßig mehrere Kilo in 5-7 Tagen. Wie das funktioniert und was genau dahintersteckt, kannst du in den zugehörigen Artikeln nachlesen: Fettfasten, Vroni und ich. 5 Tage im Fettnäpfchen. und Fettfasten Fazit und Speiseplan

Standard-Keto – die „normale“ ketogene Diät

Die Keto-Variante, die meist als Diät zum Abnehmen verwendet wird, ist alltagstauglicher und aus gesundheitlicher Sicht für längere Zeit geeignet und auch deutlich am häufigsten praktiziert.

Die Verteilung der Makronährstoffe wird klassisch als 75/20/5 angegeben, also 75 % der Kalorien aus Fett, 20 % aus Eiweiß und 5 % aus Kohlenhydraten. In der Praxis heißt das, dass 20-30 g Kohlenhydrate und 55-90 g Eiweiß gegessen werden. Nahrungsfett dann mit 100-200g den restlichen Energiebedarf – immer abhängig vom persönlichen Kalorienziel.

Darüber hinaus gelten bei Standard-Keto die beschriebenen Ein- und Ausschlussregeln. Weiter unten findest du außerdem viele Beispiele für geeignete und ungeeignete Gemüse- und Obstsorten.

Die targetierte Keto-Diät – Performance für Leistungssportler

Äußerlich entspricht die targetierte Keto-Diät dem Standardprotokoll. Zusätzlich werden aber 30-60 Minuten vor dem Sport 25 – 40 g Kohlenhydrate zugeführt, um einen Leistungsschub beim Training zu erzielen. Für diesen Kohlenhydratschub werden dann Lebensmittel verwendet, die bei den meisten anderen Keto-Protokollen ausgeschlossen sind, beispielsweise Reis, Haferflocken oder Kartoffeln. Die Menge der KH-Dosis ist abhängig von der Länge und Intensität der geplanten Workouts. 

Lazy Keto und Dirty Keto 

Lazy und Dirty Keto weichen die Regeln der klassischen ketogenen Diät stark auf und werden oftmals kombiniert. 

Lazy (engl. „faul“) Keto erlaubt, dass ausschließlich die Kohlenhydrate berechnet und kontrolliert werden. Fett- und Eiweißanteil und Gesamtenergie entstehen dabei eher als Zufall und durch die Auswahl der Lebensmittel. Lazy Keto wird oft verwendet, um das erreichte Körpergewicht zu erhalten und den Aufwand zu minimieren. 

Dirty (engl. „schmutzig“) Keto achtet zwar auf die richtige Makronährstoffverteilung, jedoch nicht auf die Nahrungsquellen: hochverarbeitete Lebensmittel, Zusatzstoffe und jede Qualitätsstufe kommen in Frage, solange nur die Nährwerte stimmen. Dirty Keto gilt als eher ungesunde Crash-Diät und kann auf Dauer gesundheitlich bedenklich werden. 

Die Kombination aus Lazy und Dirty Keto entspricht ungefähr dem, was sich die Kritiker der ketogenen Diät unter Keto vorstellen: vor allem viel Fleisch, Eier, Butter und Nüsse. Außerdem wenig oder gar kein Gemüse, dafür aber Zero-Limonaden und “zuckerfreie” Süßspeisen. 

Dirty Keto sollte aus meiner Sicht als Ernährungscoach wirklich nur eine kurzfristige Maßnahme sein, wenn wirklich Zeitmangel oder andere ungünstige Umstände vorliegen – einfach um den Rückfall in eine High Carb Ernährung zu vermeiden.

Dirty Keto kann auch eine gute Taktik für soziale Situationen sein: zum Beispiel um bei einer Einladung zum Essen einfach auf die übliche Stärkebeilage („Big Carbs“) zu verzichten und sich keine Gedanken um sonstige Zutaten zu machen. Du kannst beispielsweise Hamburger ohne Brötchen essen oder beim Asiaten den Reis meiden und mehr bestellen. 

Clean Keto – hohe Qualitätsansprüche

Der genaue Gegensatz zu Dirty Keto ist Clean Keto, also „sauberes“ Keto. Der Anspruch ist dabei auf Zusatzstoffe und Vorverarbeitung so weit wie möglich zu verzichten. Bio-Produkte und Direktvermarkter werden bevorzugt und generell soll jede verwendete Zutat so naturnah wie irgend möglich sein. 

Der Gedanke hinter Clean Keto oder jeder anderen cleanen Ernährungsform ist, die Bioverfügbarkeit aller Nährstoffe zu maximieren und den Anteil von Toxinen zu minimieren. Wenn du mehr über Clean Keto und Clean Eating im Allgemeinen wissen möchtest, dann schau dir unseren Artikel Was ist Clean Eating? auf jeden Fall an.

Welche Lebensmittel sind bei der ketogenen Diät ausgeschlossen?

Grundsätzlich gilt die Regel, dass alle Lebensmittel mit mehr als 10 g Kohlenhydratanteil bei der ketogenen Ernährung ausgeschlossen sind und Produkte mit einem Kohlenhydratanteil von 5 – 10 g sollten nur in geringen Mengen gegessen werden. 

Der Einfachheit halber werden die Regeln dabei oft auf Lebensmittelgruppen reduziert. 

  1. Getreide und Pseudogetreide sind verboten, dazu zählen auch Reis und Mais. Ausnahme: bestimmte Saaten und Samen wie Leinsamen oder Chia-Samen
  2. Früchte und Obst fallen (größtenteils) weg. Ein paar spezielle Sorten wie Nashi-Birne und viele Beerensorten können eingebaut werden. 
  3. Zucker, Honig und Zuckerersatz-Produkte mit hohem Kohlenhydratanteil wie Agaven-, Reis-, oder Dattelsirup passen nicht ins Programm. 
  4. Hülsenfrüchte enthalten viel Stärke und sind für Keto nicht geeignet. Es existieren wenige Ausnahmen wie z.B. grüne Bohnen oder Erdnüsse
  5. Wurzelgemüse und Knollengewächse sind ebenfalls oft sehr stärkehaltig. Individuelle Ausnahmen müssen genau berechnet werden. 
  6. Kartoffeln und Süßkartoffeln sind aufgrund von ca. 20 g Stärkeanteil verboten. 
  7. Industriell verarbeitete Lebensmittel aller Art sind zu weit über 90 % aufgrund der enthaltenen Zutaten unerwünscht. Fast überall sind Zucker und/oder Mehl als Geschmacksverstärker oder technische Hilfsmittel zugesetzt. 

Bei den möglichen Ausnahmen in den einzelnen Gruppen ist es meist eine Frage der verwendeten Menge. Beispiel: 300 g grüne Bohnen als Beilage schlagen direkt mal mit 15 g Kohlenhydraten im Budget ein. Bei einer liberalen Low Carb Ernährung ist das sicherlich kein Problem, bei Keto kann das aber gleich mal die Hälfte des KH-Tagesbudgets ausmachen, liefert mit 120 kcal aber nur 5-8 % des täglichen Energiebedarfs. 

Ähnlich sieht es bei scheinbar harmlosen Zutaten aus. Einzeln und für sich genommen, sieht der Kohlenhydratanteil eher gering aus. Eine Schüssel Eisbergsalat mit einer halben Gurke, zwei Tomaten, einer roten Paprikaschote und etwas Balsamico-Dressing summiert sich aber recht schnell auf 25 g KH, davon gut die Hälfte aus Zucker. Für Vroni und mich wäre das oft ein Tagesbudget, den Rest des Tages dürfte es dann nur noch Fleisch und Butter geben. 

Wer diese Faktoren im Blick hat, schränkt die Menge und Häufigkeit bestimmter Zutaten automatisch ein, denn sobald das KH-Budget aufgebraucht ist, wird die Auswahl der möglichen Lebensmittel wirklich sehr eng. 

Das ist der Hauptgrund, warum die ketogene Ernährung oft als schwierig und einseitig bezeichnet wird. Wer sich gut auskennt und plant, hat aber sehr viel Spielraum. 

Was sind die besten Gemüsesorten für die ketogene Diät?

Gemüse, das in der ketogenen Ernährung erlaubt ist.

Die ketogene Ernährung besteht nicht nur aus Fisch, Fleisch, Eiern und Buttern, wie uns manche Medien oft weismachen wollen. Wir leben seit Jahren einen ketogenen Lifestyle und zeigen dir, welches du in deinen Speiseplan einbauen und dabei trotzdem dein Kohlenhydrat-Ziel einhalten kannst.

Die besten Gemüsesorten für die ketogene Diät zeichnen sich durch einen geringen Zucker- und Stärkeanteil aus, haben aber gleichzeitig eine hohe Nährstoffdichte und viele Ballaststoffe. Grünes Blattgemüse sowie die meisten Kohlsorten eignen sich sehr gut. Dazu kommen fettreiche Pflanzen wie Avocados und Oliven.

Die „grüne“ Liste der Gemüsesorten für die ketogene Ernährung ist natürlich viel länger, vor allem wenn wir auch Pflanzen berücksichtigen, die nicht in quasi unbegrenzter Menge gegessen werden können, aber trotzdem nicht vom Speiseplan verschwinden müssen.

So enthalten beispielsweise gelbe und grüne Paprikaschoten einen natürlichen Zuckeranteil der beachtet werden muss. Trotzdem kannst du sie in kleineren Mengen auch regelmäßig als Zutat verwenden.

Die folgende Liste zeigt dir unsere Top-Auswahl von Gemüsesorten, die wir regelmäßig in unseren Speiseplan einbauen. Die Reihenfolge spielt dabei übrigens keine Rolle, die sind alle super.

pro 100 gKohlenhydrateBallaststoffe
Rosenkohl3,1 g4,4 g
Chinakohl1,2 g1,7 g
Spinat * 0,6 g1,8 g
Brokkoli1,9 g3 g
Spargel2 g1,4 g
Champignons0,5 g1,9 g
Blattsalat (ø)2,8 g1 g
Gurke1,8 g1 g
Fleischtomaten * 2.7 g1,2 g
Zucchini2,3 g1,1 g
Stangensellerie2 g2,5 g
Knollensellerie2,3 g4,2 g
Grüne Bohnen5 g1,9 g
Blumenkohl2,3 g2,9 g
Wirsing2,9 g2,8 g
Weißkohl4 g3 g
Oliven (grün)3 g4,4 g
Avocado (Hass)3 g5,5 g
Datenquelle: BLS v3.02

*Anmerkungen: Spinat enthält viel Oxalsäure und sollte immer zusammen mit einer Kalziumquelle gegessen werden. Bei Tomaten gilt: große Tomaten enthalten weniger Zucker als kleine, süßere Sorten wie z.B. Snacktomaten.

Selbst wenn du keine große Mahlzeit zubereiten möchtest, hast du mit einigen der Gemüsesorten in dieser Liste immer die Möglichkeit eine große Schüssel Salat als Beilage zuzubereiten. 

Auch die Farbe gibt dir schon einen guten Anhaltspunkt: intensives Grün weist auf viel Chlorophyll hin, das Molekül mit dem Pflanzen Sonnenlicht in Nährstoffe umwandeln. Viel Chlorophyll verspricht viele Nährstoffe, dabei auch ganz besonders Magnesium und Kalium. 

Welches ist für Keto nicht geeignet?

Verschiedene Hülsenfrüchte die nicht für die ketogene Ernährung geeignet sind.
Hülsenfrüchte enthalten sehr viel Stärke.

Bei vielen pflanzlichen Nahrungsmitteln kannst du bei der ketogenen Diät nicht einfach gedankenlos zugreifen. Nach über 7 Jahren Low Carb und ketogener Ernährung wissen wir ganz genau, wo die Stolperfallen liegen!

Vor allem stärkereiche Gemüsesorten sind Gift für die ketogene Ernährung. Oft sind es die unterirdisch wachsenden Pflanzen wie Karotten, Steckrüben, rote Beete oder Kartoffeln, die am meisten Stärke ansammeln. Ein höherer Zuckergehalt findet sich aber auch oberirdisch: Erbsen und manche Kürbissorten müssen kritisch geprüft werden.

In der folgenden Liste findest du die wichtigsten Gemüsesorten, von denen du auf jeden Fall die Finger lassen solltest. 

pro 100 gKohlenhydrateBallaststoffe
Kartoffeln16 g2,1 g
Süßkartoffeln20 g3 g
Pastinake12,1 g2,1 g
Zuckermais15,7 g2,8 g
Erbsen11 g4,4 g
Bohnen, alle Sorten *12-40 g2-15 g
Kirchererbsen15 g7 g
Maniok35 g1,4 g
Kaiserschoten10 g5 g
Linsen, alle Sorten ca. 50 gca. 12 g
Hokkaido-Kürbis12 g2.5 g
Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel BLS V3.02

Natürlich sind nicht alle Einträge in dieser Liste aus botanischer Sicht Gemüse, werden aber letztendlich so verwendet, nämlich als Beilage oder sogar Hauptbestandteil von Gerichten.

Diese Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig, zeigt aber aber das Prinzip recht gut. Gemüsesorten mit hohem Stärkeanteil und Mehlkörper sind für die ketogene Ernährung ungeeignet. Wir empfehlen sie auch nicht in kleinen Mengen in den Speiseplan einzubauen, sondern konsequent zu streichen. 

Selbst kleine Mengen können das empfindliche Kohlenhydratbudget einer ketogenen Ernährung schnell sprengen. Schon eine kurzfristige Überschreitung um nur 10g kann bei empfindlichen Personen die zeitweilig unterbrechen. Je kurzkettiger die Stärke- oder Zuckerketten sind, desto geringer ist die kritische Menge.

Allerdings können komplexe Kohlenhydrate aus Kartoffeln und Hülsenfrüchten an Refeed- oder Ladetagen und als Kohlenhydratquelle vor dem Training für die targetierte ketogene Diät verwendet werden. 

Welche Obstsorten kann ich bei Keto essen?

Erdbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren in einer Schüssel. Diese Beeren sind geeignet für die ketogene Diät.
Viele Beeren sind gut für Keto geeignet

Viele Anfänger vermissen in der ketogenen Ernährung die bisher gewohnten Obstsorten. Die meisten kommerziell angebauten Früchte wurden in den letzten Jahrzehnten leider gezielt so gezüchtet, dass sie einen höheren Zuckergehalt haben und weniger Ballaststoffe und weniger andere „störende“ Bestandteile enthalten. Viele Obstsorten sind heute nur wenig besser als industriell hergestellte Süßigkeiten. Das heißt aber nicht, dass wir auf alles verzichten müssen. 

Obst und Früchte mit 5 g Kohlenhydraten und hohem Ballaststoffanteil sind am besten für die ketogene Ernährung geeignet. Das trifft vor allem auf Beerenfrüchte wie Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren zu. Früchte mit höherem Zuckeranteil sollten nur selten und in kleinen Mengen gegessen werden. 

Die folgende Liste enthält ein paar Obstsorten und -mengen, die du hin und wieder in deinen Speiseplan einbauen kannst. 

ObstPortionKohlenhydrateBallaststoffe
Erdbeeren70 g3,8 g1,4 g
Orange, ca. eine halbe80 g 6,6 g1,4 g
Wassermelone80 g6,6 g0,1 g
Heidelbeeren70 g4,2 g2,4 g
Himbeeren70 g3,4 g3 g
Kirschen50 g5,8 g0,5 g
Mandarine, klein70 g7,1 g1 g
Kiwi, ganz70 g6,4 g2
Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel BLS V3.02

Im Prinzip kannst du natürlich jedes Obst in die Keto-Diät einbauen, solange es nur kleine Mengen sind, die keine Auswirkung auf die haben. Die Gefahr dich zu „kicken“ ist trotzdem immer da. Obst enthält nämlich anteilig mehr Fruchtzucker/Fructose als Gemüse. Da Fructose größtenteils in der Leber verstoffwechselt wird und Ketose wiederum in der Leber entsteht und geregelt wird, hat der Fruchtzucker schon in kleineren Mengen negative Auswirkungen, als das bei Glucose der Fall ist. 

In der Praxis halten sich die meisten Ketarier mit dem Konsum von Obst stark zurück. Hin und wieder gibt es eine Handvoll Himbeeren oder Heidelbeeren als Snack. Auch unregelmäßige Desserts mit etwas Obst und Fruchtaufstrich für Keto-Brot sind nicht ungewöhnlich. Obst macht aber in keinem Fall einen großen Anteil in der ketogenen Ernährung aus.

Welches Obst sollte ich in der ketogenen Diät vermeiden?

Exotische Früchte wie Papaya, Drachenfrucht, Mango, Ananas und Melone haben zu viele Zucker für die ketogene Diät
Exotische Früchte enthalten oft viel Zucker

Einige Obstsorten können in moderaten Mengen in die ketogene Ernährung eingebaut werden. Andere Sorten befinden sich eher in einer Grauzone und sollten wirklich nur in Ausnahmefällen und in gut kalkulierten Mengen gegessen werden, dazu gehören einige Zitrusfrüchte, Apfelsorten, Pfirsiche und diverse Typen Melone. Und dann gibt es natürlich noch Obst, das du unter allen Umständen meiden musst. 

Obst mit hohem Zuckergehalt musst du bei Keto streng vermeiden. Bananen, Trauben und viele Südfrüchte haben 15 g Zucker oder mehr, Datteln sogar über 60 g. Außerdem sind viele Apfel-, Birnen und Pflaumenarten mit Vorsicht zu genießen.

Die Früchte in der folgenden Liste sind allesamt lecker, aber leider gestrichen. Wenn du davon isst, fliegst du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus der Ketose – du solltest sie dir also für Cheatdays aufheben!

pro 100 gKohlenhydrateBallaststoffe
Dattel65 g8,7 g
Banane20 g2 g
Weintrauben15,2 g1,6 g
Kumquat14,6 g3,7 g
Lychee16,8 g1,6 g
Durian28,5 g4,4 g
Granatapfel16,1 g2,3 g
Ananas14 g1,4 g
Feige12,5 g2 g
Mango12,5 g1,7 g
Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel BLS V3.02

Moderne Früchte enthalten leider viel mehr Zucker als sie noch vor wenigen Jahrzehnten hatten. Das macht sie für die Lebensmittelindustrie attraktiver und ertragreicher für die Verarbeitung zu Sirup oder ähnlichen Zutaten. Auch für uns Endverbraucher steigt mit dem Zuckergehalt der Suchtfaktor – immerhin hat eine Dattel einen höheren Zuckergehalt als die gleiche Menge Milchschokolade.

Welche tierischen Produkte sind am besten für die ketogene Ernährung geeignet?

Auch wenn wir grundsätzlich dafür sind, in die ketogene Diät reichlich pflanzliche Lebensmittel einzubauen, sind Lebensmittel tierischen Ursprungs ein wichtiger Bestandteil. Das heißt aber nicht, dass alle Tierprodukte grünes Licht bekommen oder für unbegrenzten Verzehr geeignet sind – es gibt Unterschiede. 

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Alle Sorten Fleisch und Fisch sind in der ketogenen Ernährung erlaubt

Unabhängig vom Eiweiß- und Fettgehalt sind alle Sorten Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte, Fisch und Eier gut für die ketogene Ernährung geeignet, mit Leber als Ausnahme. Milch, Käse und andere Milchprodukte können zwar verwendet werden, müssen jedoch genau kalkuliert werden. Allein Honig fällt völlig weg. 

In der ketogenen Ernährung und auch bei Low Carb schränken wir vor allem die Kohlenhydrate stark ein, um den Stoffwechselzustand der zu erreichen. Es gibt nur wenige tierische Produkte, die uns daran hindern, die Unterschiede liegen dabei eher bei Qualität und Herkunft und den daraus resultierenden Nährstoffen. 

Das Muskelfleisch aller Landtiere und Fische enthält nur minimale Restmengen an Glykogen oder Muskelstärke, die als kurzfristiger Energiespeicher gedient haben. Die messbare Menge liegt dabei regelmäßig unter 0,1 g und wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Das Gleiche gilt für Innereien wie Nieren, Milz, Herz und Lunge. Eine wichtige Ausnahme bildet dabei die Leber: sie dient bei den meisten Tierarten ebenfalls als Glykogen- bzw. Zuckerspeicher und kann 3-6 % Gewichtsanteil ausmachen. Das ist immerhin so viel wie viele Nuss- oder Beerensorten und kann nicht ignoriert werden. 

Ein weiteres und diskutiertes Thema sind Milchprodukte. Die Milch der meisten Tierarten enthält im Schnitt etwa 5 g Milchzucker pro 100 g und ist damit gemäß Regelwerk für die ketogene Ernährung geeignet. Die Gefahr dabei ist aber, dass ein Glas Milch 200 – 300 ml groß ist und damit mit einer einzigen Portion schon 10 – 15 g Zucker enthält – ein reines Mengenproblem. 

Viele Ketarier verzichten weitgehend oder vollständig auf Milch und Milchprodukte wie Käse, Quark und Sahne. Dabei ergeben sich oft positive Nebenwirkungen wie verringerte Entzündungen, weniger Wassereinlagerung oder reduzierte Schleimbildung in Nase und Rachen. In diesen Fällen kann vermutet werden, dass ein bestimmtes Kuhmilchprotein namens Kasein Typ A1 nicht gut vertragen wird, das in handelsüblichen Kuhmilchprodukten in Mittel- und Nordeuropa vorrangig enthalten ist. 

Ist fettes Fleisch oder mageres Fleisch besser für Keto?

Die allgemeine Meinung über die ketogene Ernährung ist, dass man bei dieser Diät möglichst viel Fett essen soll. Völlig falsch ist diese Aussage zwar nicht, trifft aber trotzdem nicht immer zu. 

Ein hoher Fettgehalt ist sinnvoll, wenn es um die therapeutische Wirkung geht. Soll eher Körperfett reduziert werden, kann mageres Fleisch besser sein. Ob fettes oder mageres Fleisch besser für die ketogene Diät ist, hängt also davon ab, aus welchem Grund die Ernährung gewählt wurde.  

Wir bevorzugen eine schöne Mischung aus fettem und magerem Fleisch. Hähnchenbrust und mageres Filet kommt ebenso auf den Tisch wie schön marmoriertes Rindersteak, Schweinebauch oder auch fetter Fisch wie Lachs. 

Fazit

In der ketogenen Ernährung kannst du tatsächlich viele verschiedene Produkte aus fast allen Lebensmittelgruppen essen. Am Ende kommt es vor allem darauf an, dass du damit in kommst, und dass die Qualität passt.

Natürlich ist es ist nicht damit getan, einfach nur eine Liste von Lebensmitteln zu haben – etwas mehr gehört schon dazu. In unserem 100 Tage Keto Anfängerkurs kannst du die Grundlagen von Low Carb und Keto lernen, ohne von heut auf morgen dein ganzes Leben umkrempeln zu müssen.

Wenn du Interesse hast: weitere Informationen zum Kurs findest du hier. Wenn du regelmäßig über neue Artikel und Rezepte informiert werden willst, dann vergiss nicht, unseren kostenlosen Newsletter zu abonnieren!

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